Ursula Palla, talking to the moon, 2018. Installationsansicht
talking to the moon
2018. Videoinstallation, Ton, 9′, Loop
Auf ein sich drehendes Metallgestell werden Videosequenzen von Vögeln projiziert, so dass die Videobilder sich mit dem drehenden Schattenbild der rotierenden Metallstangen verbinden.
Die Videobilder tauchen nur kurz auf und verschwinden wieder. Die Tiere werden ihrer Ganzheit beraubt sind nur flüchtig sichtbar.
Ursula Pallas Arbeit kreist oft um das Verhältnis Mensch und Natur, Zeit und Raum. Immer wieder kombiniert sie physisch präsente Objekte (Stangen, kleine Skulpturen) mit ephemeren Videobildern. Sie zeigt so den Widerspruch auf zwischen der Welt, wie sie tatsächlich ist, und unseren Vorstellungen von ihr, die auch unseren Blick bestimmen.
In talking to the moon geht es um die Frage, welche Gebiete wir Tieren zuweisen. Ein Metallrad, aus dem vier vertikale Stangen in die Höhe ragen, dreht sich stockend vorwärts. Ein Videoprojektor lässt von Zeit zu Zeit Schatten über diesen Stangen erscheinen, die an Vögel erinnern. Auch in unserem Alltag nehmen wir Vögel oft in ähnlich fragmentierte Weise wahr, huschen sie kaum bemerkt durch unser Blickfeld. Wir glauben sie zu kennen, wissen aber nur wenig über sie. Trotzdem weisen wir diesen Tieren durch unsere Zivilisation ihren Lebensraum zu, und zwar so, dass sie kaum noch Platz finden, weder im Himmel noch auf der Erde – also wie in der Installation weder richtig fliegen, noch wirklich landen können.
(Samuel Herzog)
Bio
Ursula Palla, geboren in Chur/CH
„Ursula Palla lebt und arbeitet in Zürich und ist seit 25 Jahren in zahlreichen Ausstellungen und Videofestivals im In- und Ausland vertreten. Sie arbeitet vorwiegend mit dem Medium Video und setzt sich in raumgreifenden Installationen und Objekten mit den Themen Projektion, Wirklichkeit und Konstruktion auseinander. Ursula Pallas Werke beziehen ihre Eindringlichkeit aus ihrer Ambivalenz; dem ästhetischen Bewusstsein und dem Mut, dieses abzustreifen. Sie liefern Stoffe für Träume, die zum Nachdenken animieren und zeigen die brüchigen Zustände unseres Seins in einprägsamen und poetischen Bildern auf.“ (Angelika Affentranger)